Walter Scherb der Dritte, Chef des Lebensmittelherstellers S. Spitz Gmbh https://www.spitz.at/de/unternehmen.html , war zu Gast beim digitalen Challenge-Solving-Event der Gesellschaft für Kommunikation und Reputation #komrep. Kommunikationsleiterin Jutta Mittermair und der Firmenchef erklärten die spürbar neue Strategie des oberösterreichischen Familienbetriebes mit Sitz in Attnang- Puchheim. Aufmerksame Medienkonsument*innen werden schon bemerkt haben, dass mit dem 30-jährigen Firmenchef ein deutlich offensiveres Kommunikationsverhalten begonnen hat. Welche Bedeutung die Reputation für das Unternehmen Spitz hat und wie Scherb seine Rolle als CEO ausübt, darüber erzählte der Firmenchef im interaktiven Videochat unter der Leitung von komrep-Geschäftsführers Stefan Schiel den Mitgliedern.
Dynamisch, direkt und sympathisch lernen die Teilnehmer der #komrep-Runde den jungen Firmenchef im Videomeeting kennen. Auf die Frage Schiel`s, warum das Unternehmen eigentlich nicht Scherb sondern Spitz heißt, erklärt der Firmenchef, dass die Familie erst seit 1952 Eigentümer ist. Großvater Scherb war nach dem Krieg Geschäftsführer im Unternehmen, die Familie kaufte schließlich das Unternehmen von der Gründerfamilie Spitz. Zu der Zeit hatte Spitz schon einen gewissen Namen, der letztlich beibehalten wurde, um die Marke weiter auszubauen, ähnlich wie bei Aldi/Hofer.
Geschäftsführung und Rückkehr in die Eigentümerfamilie
Scherb entschied sich nach seinem Studium in England in das Unternehmen einzutreten. Drei Jahre lang lernte er alle Unternehmensbereiche intensiv kennen, als Mentor stand ihm der damalige Geschäftsführer Josef Mayer zur Seite. Die Staffelübergabe und die Rückkehr der Geschäftsleitung in die Eigentümerfamilie erfolgte reibungslos, versichert Scherb. Der Vater konzentriert sich auf andere Firmenbereiche wie Immobilien und Beteiligungen und er ist weiter im Aufsichtsrat tätig. Die Staffelübergabe erfolgte also eigentlich zwischen dem vormaligen externen Geschäftsführer und Walter Scherb.
„Fokussierung ist eine der Kernkompetenzen“
Walter Scherb
70 Prozent des Umsatzes kommen aus den Eigenmarken des Handels, für die Spitz produziert. 30 Prozent kommen aus den eigenen Marken wie Gasteiner, Auer, Blaschke, Honigmayr und andere. Themen wie Spitz als Arbeitgeber, als Produzent in der Region und als nachhaltiges Unternehmen sollen stärker in den Fokus rücken. Scherb: „Markengeschäft ist anders als das Privat Label Geschäft. Daher werden beide Bereiche als eigenständige Units geführt werden, die allerdings weiterhin unter meiner Geschäftsleitung stehen.“ Als Erfolgsbeispiel nennt Scherb die Ausgliederung der Marke Power Horse Anfang 2000 (Sitz in Dubai). „Fokussierung ist eine zentrale Führungskompetenz, die in Zukunft noch wichtiger werden wird“.
Reputation als Differenzierungsoption
Das #komrep Reputationsmodell beschreibt sechs Einflussgrößen: Emotional Appeal (Vertrauen, Sympathie), CSR&Sustainability, Workplace Environment, Product&Services, Leadership und Performance. Die Analyse der Einflussfaktoren leitet die strategischen Überlegungen, an welchen Hebeln im besten Fall zu arbeiten ist. Walter Scherb sieht für sein Unternehmen die Mitarbeiterstrategie als eine der Kernelemente: „In Zukunft werden jene Unternehmen gewinnen, die die richtigen Mitarbeiter an den richtigen Stellen beschäftigen“.
Seine Leadership-Rolle sie Scherb auch als Möglichkeit zur Differenzierung zu anderen Unternehmen.
Imagetransfer CEO zu Unternehmen
Lebensmittel sind ein emotional besetztes Thema. Konsumenten wollen wissen, wo das Lebensmittel herkommt und wie es produziert wird. Walter Scherb traf mit der Übernahme der Geschäftsführung ganz bewusst die Entscheidung als Repräsentant des Unternehmens aufzutreten. Damit können in der Traditionswerte wie Familienunternehmen, regionaler Produzent und andere Themen mit neuen Managementansätzen den Mitarbeitern und Kunden gegenüber stimmig kommuniziert werden. Im Bewusstsein, dass damit auch gewisse Risiken einhergehen.
Vom Hidden Champion zum Unternehmen mit Gesicht
Jutta Mittermair, Leitung Unternehmenskommunikation: „Spitz war früher ein eher verschwiegenes Unternehmen. In den vergangenen Jahren wurde langsam begonnen, das Unternehmen in die Öffentlichkeit zu tragen. Mit der neuen Geschäftsführung stand vorerst die Übergabe im Mittelpunkt, jetzt geht es immer mehr um eine inhaltliche Erweiterung unserer Themen in den Medien.“ Walter Scherb schafft es mit seiner Persönlichkeit sehr gut, die Anliegen leidenschaftlich und glaubhaft zu vermitteln. Die beste Voraussetzung um Unternehmensthemen zu personalisieren und nach innen und außen stimmig zu kommunizieren. Aktuelle Kommunikationsschwerpunkte sind: Nachhaltigkeit, Technologiefokus, Kunden- und Mitarbeiterorientierung. Was in der Krise besonders wichtig ist? Rasch und klar zu informieren – sagen, was Sache ist.

Factbox S. Spitz GmbH: Sei 1857, in Linz Urfahr entstanden Firmensitz: Attnang-Puchheim/OÖ. 700 Beschäftigte 50 % Exportquote 250 Mio. Umsatz
